Bei der Hagelabwehr wird mit jeder Rakete bis eine Milliarde von kleinen Partikeln aus Silberjodid verstreut. Silberjodid hat eine sehr ähnliche Gitterstruktur wie Eis, und daher wirken diese Partikel als sehr gute Kondensationskeime für die Bildung von Eiskristallen.
Die von der Hagelabwehr Ostschweiz verfolgte Strategie ist, dass das Silberjodid mit den Hagelabwehrraketen direkt in die Aufwindzone vor dem Gewitter eingebracht wird. Damit erreichen wir, dass sich Eiskristalle bilden bevor die Gewitterthermik gross ist. Die Eiskristalle oder bereits kleinen Hagelkörner fallen durch die noch schwache Thermik nach unten und tauen in der Übernullgradzone bis zum Boden wieder zu Wasser auf.
Der Chef des kantonalen Labors in Frauenfeld, Hr. Guggisberg, orientiert:
Silberjodid wird zur Sterilisation in der Medizin und zur Trinkwasseraufbereitung verwendet.
Schon vor 2000 Jahren wurden Silbergefässe zur längeren Aufbewahrung von Trinkwasser verwendet.
Das Trinkwasser hat einen Grenzwert von 0,1 Milligramm pro Liter.
Langzeit-Tierversuche in den 80iger Jahren mit Ratten und Meerschweinchen, mit bis zu 100-facher Überschreitung des Grenzwertes pro Tag, blieben ohne Befund.
Bei 1’000 explodierten Raketen pro Jahr mit je 15 g Silberjodid (6,9 g Silber und 8,1 g Jod) auf rund 700 km2
verteilt entspricht dies einer Bodenbelastung von 0,01 mg/m2.
Bei einer Regenmenge von 564 Lt. vom 30. April 2010 bis 14. August 2010, gemessen in der Gemeinde Egnach, ist die Belastung pro Liter Wasser 5’649 mal weniger als die erlaubte Menge im Trinkwasser.