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Kosten und Nutzen

Die Kosten der Ostschweizer Hagelabwehr belaufen sich auf insgesamt rund CHF 200'000.- pro Jahr.

Die Direktion der Gebäudeversicherung Thurgau kann mit Zahlen belegen, dass die Schäden im beschossenen Abwehrgebiet gegenüber dem nicht beschossenen Teil des Kantons Thurgau wie abgeschnitten sehr stark reduziert worden sind.

Finanzierung

Ausbildung:

Der Verband bezahlt die Ausbildung, die Gemeinden bezahlen den Lohnausfall für den Kurs und evt. jährlich einen Beitrag für die Bereitschaft der Schützen.

Mitgliederbeiträge:

Zur Deckung der anfallenden Kosten zahlen die Mitglieds-Gemeinden einen jährlichen Beitrag gemäss ihrer Kulturfläche. Pro ha landwirtschaftlicher Nutzfläche sind dies derzeit CHF 6.- jährlich.

Der definitive Beitrag wird an den jährlichen Delegiertenversammlungen festgelegt und ist für alle Mitglieder verbindlich.

Erkenntnisse und Ergebnisse aus der Versuchsphase der Hagelabwehr Ostschweiz

Seit 1999 sind wir in Teilen des Kantons Thurgau aktiv, im Jahre 2004 haben sich St. Galler Gemeinden von Wittenbach bis Zuzwil unserem Verband angeschlossen. Insgesamt sind 40 Gemeinden (davon 11 St. Galler Gemeinden) Mitglieder, sowie zwei Gemeinden als Gönner im Verband. Leider sind nach wie vor auch einige Gemeinden im Zentrum des Kantons Thurgau noch nicht Mitglieder des Verbandes.

Statistik in den Jahren   2005 2006 2007 2008 2009 2010
Hagelvorwarnungen durch “meteoradar”  
(Dr. Willi Schmid)   
35 33 12 36 90 50
Anzahl Schiessbefehle an die Schützen   21 18 10 65 63 21
Anzahl Schützen mit absolvierter Prüfung       214 204 220 229

Während der Versuchsphase haben wir uns viel Wissen angeeignet über die Alarmierung, Gewittereinschätzung, Nutzung der bestehenden Hilfsmittel wie Radar, Vorwarnsysteme und die Zusammenarbeit mit der Flugsicherung Skyguide. Für eine funktionierende Hagelabwehr wird eine Vielzahl von zuverlässigen Schützen benötigt, die bei jedem Alarm aufgrund Ihrer Ausbildung und Erfahrung Entscheide zum Raketenabschuss treffen müssen.

Bei einer Warnung liefern die Schützen eine Rückmeldung, wie viele Raketen zu welchem Zeitpunkt verschossen wurden und über eintretenden Hagel. Zusammen mit den Radarkarten lassen sich mit diesen Beobachtungen Gewitterverläufe rekonstruieren. Diese Beobachtungen sind keine wissenschaftlichen Beweise, aber sie festigen unsere Überzeugung, dass ein gezielter Beschuss mit Hagelraketen die Gefahr von Hagelschlag reduziert (Beispiele dazu in Kapitel 5). Im Rahmen der Auswertung von Gewittern sind ferner folgende Punkte zu erwähnen:

 

  1. Ist ein Gewitter bereits stark aufgebaut, ist es am Rande des Einzugsgebietes schwierig, Hagel gänzlich zu verhindern. Bei frühzeitigem Beschuss in der Aufbauphase haben wir viele Beispiele, die den Effekt der Hagelabwehr zeigen.
  2. Mehrere Beispiele zeigen, dass eine sehr schnelle Reaktion der Schützen enorm wichtig ist. Für eine Milizorganisation wird dies immer eine grosse Herausforderung bleiben.
  3. Es gibt Gewitterverläufe, bei denen man sieht, dass sich Hagel in Zonen, in den nicht geschossen wurde (Gemeinden, die nicht dem Hagelverband beigetreten sind) wieder aufgebaut haben. Dies bringt uns zur Überzeugung, dass mit grossem Einsatz eine flächendeckende Hagelabwehr angestrebt werden muss.
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