Versuche der Atmosphärenforschung der ETH Zürich
Die ETH Zürich hat in den Jahren 1978 bis 1983 Versuche im Napfgebiet durchgeführt. Dabei wurden mit verstellbaren Raketenabschussrampen russische Raketen mit dem Wirkstoff Silberjodid in das Zentrum der Gewitterwolken geschossen. Per Los wurde entschieden, welches Gewitter beschossen wird.
Bei den beschossenen Gewittern gab es 30 bis 40 % weniger Hagel als bei den nicht beschossenen Gewittern.
Versuche mit wissenschaftlicher Betreuung des meteorologischen Instituts der Universität Hohenheim (D)
Bei einem wissenschaftlich begleiteten Langzeit-Hagelabwehrversuch in der Region Stuttgart (Bundesland Baden-Württemberg) wurden die Gewitterwolken mit Silberjodid aus dem Flugzeug beimpft. Die Flugzeuge mussten im Bereich der einströmenden Warmluft fliegen und somit wurde die Beimpfung in den Aufwind gebracht. Im Rahmen einer zehnjährigen Versuchs- und einer zehnjährigen Einsatzphase nahmen die Hagelschäden im beimpften Gebiet (Mittlerer Neckar) um 19 % ab, während sie im gesamten Bundesland Baden-Württemberg um 99% zunahmen.
Diese Zunahme resultiert nicht aus einer Abdrängung der Hagelzellen aus dem beimpften Gebiet, sondern durch die allgemeine Zunahme der Hagelhäufigkeit.
Aufgrund der Versuchsanlage der oben dargestellten Versuche sehen wir unser Vorgehen bei der Hagelabwehr (Schiessen der Hagelraketen in die Aufwindzone) vergleichbar mit den Versuchen im Raum Stuttgart, nicht mit denjenigen im Napfgebiet.
Vergleich mit den Versuchen in den Kantonen Thurgau und St.Gallen
In der Bevölkerung wird immer noch oft behauptet, die Hagelabwehr nütze nur der Landwirtschaft.
Das Jahr 2009 brachte klare Berechnungen über die Schadenbeträge.
Am 26. Mai 2009 gab es durch Hagel und Sturm im ganzen Kanton Thurgau:
- an Gebäuden 45 Millionen Franken Schaden
- an landwirtschaftlichen Kulturen wurden 5 Millionen Franken ausbezahlt
- über Autoschäden sind keine genauen Zahlen bekannt.
Am 23. Juli 2009 richtete ein Hagelzug vom Genfersee bis zum Bodensee ein Schadentotal von über
600 Millionen Franken an.
Die Schweizerische Hagelversicherung hatte 61 Millionen Franken vergütet.
Somit sind also ca. 90 % Schäden an Gebäuden und Autos und nur ca. 10 % in der Landwirtschaft.
